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Deutscher Wald 2017 - Bildkalender - (50 x 34)
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Geologie Deutschlands: Ein prozessorientierter Ansatz
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Afrikanisches Kochbuch
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REISEZIELE: LANDSCHAFTEN, ORTE, SEHENSWÜRDIGKEITEN, EVENTS

Das Felsenmeer im Lautertal (Odenwald)



Der Felsberg trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Nach der Reichenbacher Seite hin ist er über und über mit riesigen Steinblöcken bedeckt, die an manchen Stellen so dicht beisammen liegen, dass der Eindruck entsteht, es seien vom Sturm gepeitschte Wellen eines Meeres oder eine Herde von riesigen Robben.
Das Felsenmeer auf dem Felsberg oberhalb von Lautertal-Reichenbach im Vorderen Oden­wald ist eine Felsenlandschaft aus dunkelgrauem Quarzdiorit, die durch sogenannte Woll­sack­ver­witterung entstand. Die Wollsackverwitterung ist eine besondere Erscheinungsform der Verwitterung von Ge­stei­nen. Durch das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Prozessen entstehen bei der Wollsackverwitterung kantengerundete Gesteinsblöcke. Meist findet man diese Verwitterungsform im Granit, vereinzelt tritt sie aber auch bei Gneis und Sandstein auf. Ein weiteres Beispiel dafür sind die berühmten Externsteine [] im Teutoburger Wald.
Das Felsenmeer wurde bereits von den Römern und später durch die ört­lichen Stein­metze zur Steingewinnung genutzt. Die Steinmetze bezeichneten ihn als "Felsberg-Granit", der heute nicht mehr abgebaut wird.
Heute ist das Felsenmeer ein beliebtes Naherholungsgebiet und Ausflugsziel für Familien und Wanderer. Es liegt innerhalb des Naturschutzgebiets "Felsberg bei Reichenbach". Am oberen Ende des Felsenmeers befindet sich eine kleine Quelle, dessen Rinnsal zwischen den Felsen hinab ins Tal fließt.

Das Felsenmeer im Odenwald ist in Deutschland nicht das ein­zige (es gibt eines in Hemer, in Hüttenberg und in Murr­hardt, nur um einige zu nennen), jedenfalls das imposanteste und außerdem einzigartig, weil es von den Römern als Steinbruch genutzt wurde, die etwa 300 halb fertige und fertige römische Werkstücke hinterließen. Prunkstück der im Felsenmeer ver­teil­ten römischen Werkstücke ist die Riesensäule mit 9,33 m Länge und einem Gewicht von 27,5 t. Warum die eigentlich fertiggestellte Säule liegen gelassen wurde, ist nicht bekannt. Über die Säule schrieb Johann Just Winckelmann (1620 -1699) in seiner Hessischen Landesbeschreibung: "An der Weg­schei­de und Grentzen des Felsberger Waldes bei Reichenbach ist auf Erbachischem Grund eine große, gewaltige, harte ,glatte, zirkelrunde, steinerne Säule mit höchster Verwunderung zu sehen.Unten hat sie zween Schnitt mit einer Sägen. Auf der einen Seite sieht man gleich etliche Rahmen, also daß man aus allen Umständen vermuthet, als ob dieser Stein nicht natürlich, son­dern gegossen seye, in wel­cher Kunst die uralte Völker trefflich erfahren ge­wesen....." Zahlreiche weitere Werkstücke sind hier noch zu finden, denn sie wurden nie ab­tran­spor­tiert. Sie wurden vermutlich wegen Fehlern und Beschädigungen im Gestein zurückgelassen. Sie zeigen noch Spuren antiker Bearbeitung auf. In diese teilbearbeitete Steinbrocken hat man Formen hineininterpretiert, so z.B. die Rie­sen­rut­sche, den Riesensessel, die Tischplatte, das Riesenschiff oder den Krokodilfelsen.
Der Felsberg gehört mit 514 m zu den höchsten Erhebungen im Vorderen Odenwald. Das Wahr­zeichen des Felsbergs ist der etwas süd­süd­östlich vom Berggipfel stehende 27 m hohe Ohlyturm, ein 1891 zunächst aus Holz erbaute Aus­sichts­turm. 1900/1901 wurde er durch einen Bau aus Lau­ter­taler Gra­nit ersetzt. Bauherr war die Oden­wald­klub-Sektion Darmstadt. Benannt ist er nach Al­brecht Ohly, von 1874 bis 1891 Bürgermeister von Darmstadt. Der Turm ist ein besonders prä­gnantes Beispiel für den ro­man­tisierenden His­to­rismus des 19. Jahrhunderts, dessen Vorbilder mittelalterliche Burgen waren. Der Turm, der als Kul­tur­denk­mal eingetragen ist, ist seit langer Zeit baufällig und kann deshalb nicht mehr be­tre­ten werden. Er wurde 2007 überraschend von einem britischen Investor erworben und soll nach Sanierungsarbeiten wieder für die Öffent­lich­keit zugänglich sein.
Der Höhenunterschied vom Besucherparkplatz bis zum oberen Ende des Felsenmeers beträgt etwa 260 m. Etwas Kondition braucht man also schon, um es bis oben (wo es einen Kiosk gibt) zu schaffen. Es gibt verschiedene Serpentinenwege nach oben, die am Rande des Felsenmeers ver­lau­fen und dabei immer wieder den Felsstrom über­que­ren. Ein großer Teil der Besucher zieht es aber vor, über die großen Steinblöcke nach oben zu klettern. Die Felsen sind nicht scharfkantig und man kann sich ganz gut daran festhalten. Man muss sich aber schon etwas wundern, mit welcher Unbekümmertheit manche Eltern ihre kleinen Kinder auf die Felsen los lassen. Man kann leicht in einen Felsspalt rutschen und sich dabei ver­letzen. Kinder unter 4 Jahren verfügen meist noch nicht über die entsprechende Fein­motorik, um die unberechenbaren Felsen zu überwinden.
Es gibt acht Rettungspunkte der Feuerwehr. Es vergeht in der Hochsaison kaum ein Wochenende ohne einen Einsatz der Reichenbacher Feuerwehr im Felsenmeer. Häufig gibt es auf­grund des schlechten Schuhwerks der Besucher Unfälle, aber nicht selten erforderten auch Kreis­lauf­pro­ble­me den Einsatz der Hilfskräfte. Bei den organisierten Touren und Führungen muss niemals geklettert werden, die Besucher werden über die Wege und Stufen geführt. Wer klettern möch­te, muss dies selbst organisieren.
An Wochenenden und in den Ferien ist der Andrang außerordentlich groß. Wer es lieber ruhiger möchte, sollte während der Woche (am Besten nicht während der Schulferien) anreisen. Fotografen ist zu empfehlen, zeitig in der Früh Vorort zu sein. Dann sind die Felsen allerdings im Schatten.
Im Felsenmeer Informationszentrum / FIZ [] erhält man neben zahlreichen In­for­ma­tio­nen zum Felsenmeer, den Arbeiten der römischen Steinmetze vor 1.700 Jahren und zum Geo- Naturpark auch die Möglichkeit der Buchung von Felsenmeerführern. Sie bieten ein um­fang­reiches Programm rund um Erdgeschichte, Natur und Kultur dieses besonderen Ortes an.

Im Grunde kann man das Felsenmeer in der Hochsaison kaum noch als "Natur" erleben, es ist dann einzig und allein ein riesengroßer Freizeitpark für klein und groß. Hier tummeln sich Wan­derer, Natur­freun­de, Nordic-Walker, Kletterer und Mountainbikefahrer (es sei ihnen allen ge­gönnt). Am kleinen Kiosk oberhalb des Felsenmeers gibt's Getränke, Kaffee, Kuchen und heiße Würste – und viel An­drang! Nahe dem Gipfel des Felsbergs (auf den man auch per Auto gelangt) ein afrikanisches Restaurant mit exo­tischen Angebote und einem kleinen, gemütlichen Gast­garten. Dort können Sie Gerichte wie Yamswurze- oder Süßkartoffel-Cremesuppe essen, Dodo (gebratene Kochbananenscheiben), Nigerianisches Hähnchen-Curry oder Spaghetti à l'Africaine. Erstaunlich, wie ruhig es hier zugeht. Ganz anders im Bistro und im Biergarten beim Besucher­park­platz am Fuße des Felsen­meers. Immerhin bekommt man hier Spezialitäten der Odenwälder Küche, sowie Kaffee und Kuchen.

Landschaft beim Felsenmeer

Mit dem Mountainbike erklimmen
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Jedes Jahr finden im September die Felsenmeer-Erlebnistage statt. Dabei werden die Be­su­cher, ob groß oder klein, in eine zauberhafte Welt entführt. Ein besonderer Höhepunkt ist das Spek­takel "Felsenmeer in Flammen". Der untere Bereich des Felsenmeers wird in eine Licht- und Toninszinierung integriert, in dem alle Besucher in eine eigene mystische und zauberhafte Welt eingeführt werden. Mit über 6.000 Besuchern war Felsenmeer in Flammen auch im zwölften Jahr ein riesiger Publikumsmagnet. Weitere Informationen (besonders für Kinder) hier [].
Felsenmeer in Flammen
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Ein paar Hinweise: Vor allem am Wochenende sind hier ab mittags viele Familien unterwegs. Dann kann es auf den Felsen ganz schön eng werden. Selbst der Weg am Rande der Felsen ist an einigen Stellen recht steil. Schätzen Sie Ihre Fitness gut ein. Eine Toilette gibt es nur am Informationszentrum. Wer unterwegs mal muss, muss zurück zum Fuße des Berges.